Hotel Friese

Teatime ostfriesisch

Wegen des herausragenden Stellenwertes, den Tee in Ostfriesland genießt, entwickelte sich im Lauf der Zeit eine Ostfriesische Teekultur. Die Teetied (Teezeit) oder auch die Ostfriesische Teezeremonie gilt als wichtiger Bestandteil ostfriesischer Geselligkeit. Auch heute noch ist es in Ostfriesland üblich, einem Gast bei Ankunft eine Tasse Tee anzubieten. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Grund des Besuchs ein mehrtägiger Aufenthalt oder nur ein kurzer Botengang ist. Es ist die ostfriesische Art, den Gast willkommen zu heißen.

Zubehör:
  • Tee (Ostfriesische Mischung)
  • weiches Wasser, siedend
  • Teekanne, mit Stövchen
  • Kluntjes (Kandiszucker), weiß oder braun
  • Sahne, am besten mit Sahnelöffel
  • geeignete Teetassen
  • Gebäck (fakultativ)
Zubereitung und Genuss des Tees

Wesentlich für die Teetied ist der korrekt zubereitete Tee. Zuerst wird kochendes Wasser in die Teekanne gegeben und die Kanne damit ausgespült. Dies wärmt sie an. Als nächstes wird der abgemessene Ostfriesentee in die warme Kanne gegeben. Eine gebräuchliche Formel ist: ein Teelöffel Tee pro gedeckter Tasse und ein weiterer „für die Kanne“. Sodann wird die Kanne zur Hälfte mit dem nicht mehr ganz kochenden Wasser befüllt. Man lässt den Tee so mit geschlossenem Deckel etwa drei bis vier Minuten ziehen. Abschließend wird die Teekanne ganz gefüllt, und der Tee ist fertig.

Vor dem Eingießen legt man einen Kluntje, ein großes Stück braunen oder weißen Kandiszucker in die Tasse. Der Tee wird nun auf den Kluntje in die Teetassen gefüllt. Hierbei beginnt der Kluntje charakteristisch zu knistern. Anschließend gibt man mit einem Sahnelöffel (Rohmlepel) einen Tropfen Sahne („’n Wulkje Rohm“) hinzu. Für gewöhnlich wird die Sahne vorsichtig am Rand der Tasse eingebracht, so dass eine „Sahnewolke“ entstehen kann – eben „’n Wulkje“.

Teatime im Hotel Friese

Der Tee wird traditionell ohne Umrühren getrunken, so dass erst das herbe Teearoma vom Tassenrand, dann der milchige Teegeschmack der Tassenmitte und zum Schluss die Süße des gezuckerten Tees auf dem Tassengrund geschmeckt werden. Dieses Verfahren rührt noch daher, dass man früher den teuren Kluntje möglichst lange, über mehrere Tassen Tee hinweg benutzen wollte. Das Umrühren hätte hierbei zur ungewollt schnellen Auflösung geführt. Gegen dieses Argument halten auch heutzutage noch Tee-Genießer dagegen, dass der Tee einerseits durch das Umrühren und den großen Kluntje zu viel Süße bekommt, andererseits die erwähnte „Schichtung“ der Geschmacksrichtungen verloren geht.

Für jeden Teilnehmer an einer Teerunde sind drei Tassen ein Mindestmaß – wird vorher abgelehnt, gilt das als unhöflich bis beleidigend. Durch umgekehrtes Auflegen der Tasse auf die Untertasse oder indem man den Löffel in die Tasse legt, signalisiert man, dass kein weiteres Nachschenken gewünscht ist.

Quelle: Wikipedia, Ostfriesische Teekultur